Im Hobbygartenbereich ist die Permakultur, ein naturnaher Garten oder der Einsatz von Mischkultur weit verbreitet. In unserem Garten versuche ich von der Natur zu lernen. Für mich bedeutet es, die Gegebenheiten im eigenen Garten zu beobachten, sie zu nutzen und zu fördern. Dieser Grundgedanke schließt für mich ein, mich nicht nur an den Prinzipien der Permakultur, Mischkultur und eines naturnahen Gartens zu orientieren, sondern auch einen Blick auf die Forst- und große Landwirtschaft zu werfen. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen eröffnen einem wunderbare Wege, die im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in der Stadt sehr einfach umgesetzt werden können. Für sich betrachtet hat jedes dieser Verfahren und Methoden unterschiedliche Vor- und Nachteile, die abhängig von den Gegebenheiten und Anforderungen sind.

In unserem Gemüsegarten baue ich sehr klassisch in Reihen an. Unseren sandigen Gartenboden reichere ich im Herbst und Frühjahr mit Kompost, Kalk und Hornspänen an. Unser Kompost besteht zum größten Teil aus Gemüse- und Obstabfällen, Hühnermist (enthält reichlich Stickstoff), Roggenstroh, feinem Geäst, Laub und Grünschnitt.

Die Gemüsebeete sind etwa 1,10m breit. Zwischen diesen Beeten befindet sich ein Trampelpfad, mit einer Breite von etwa 25 cm. Diese Beete fasse ich nicht ein, damit ich sie in jedem Jahr in der Breite variieren kann. Der Hauptweg ist etwa 1,50 m breit. Von ihm gehen links und rechts die Gemüsebeete ab. Diesen Hauptweg habe ich mit Bergbohnenkraut eingefasst. Es blüht bereits sehr Früh im Jahr, ist Immergrün, muss allerdings etwa 4x im Jahr geschnitten werden, damit er nicht alles überwuchert.

Die Angaben auf der Verpackung zur Pflanzung und Aussaat zum Abstand von Gemüse dienen mir als Richtwert. Ich säe und pflanze etwa 1/3 der Angabe dichter. Das Blattwerk der Pflanzen schützt dadurch den Boden vor zu schnellem Austrocknen und verringert das Unkrautzupfen auf ein Minimum. Es hilft sich vorzustellen, wie groß die Pflanze im ausgewachsenen Zustand sein wird, um so den genauen Abstand zu ermitteln. Damit ich mir das Unkrautzupfen und Wässern außerdem einsparen kann, mulche ich die Gemüsebeete mit Roggenstroh.

Damit unser Gemüsegarten weiterhin möglichst pflegeleicht bleibt, säe und pflanze ich auch nach der Anlage des neuen Gemüsegartens möglichst viele Sorten, die das ganze Jahr über bleiben, also deren Wurzeln auch überwintern. Das hat für mich den großen Vorteil, dass der Boden dauerhaft bedeckt bleibt. Dadurch muss ich weniger gießen und Unkraut jäten. Der zeitsparendste Vorteil ist für mich aber, dass ich immer etwas ernten kann und mit der Zeit immer weniger dafür neu säen und pflanzen muss. Mit dieser dauerhaften Kultur klappt das Prinzip des Fruchtwechsels nicht so richtig. Dafür dünge ich die Gemüsebeete u.a. mit reichlich Kompost. Bis z.B. Kohl wieder erntereif ist, nutze ich die Zwischenräume für Vorkulturen, wie Salat oder reichlich Spinat. In unserem Gemüsegarten gehören zu den permanenten Sorten ab diesem Jahr wieder Kohl, Spinat, Mangold, Calendula und ganz neu Kartoffeln. Hier lasse ich entgegen jeglicher Theorie und praktischer Erfahrung je eine Knolle nach der Ernte im Boden, säe trotzdem auf diese Fläche Gründünger (Waldstaudenroggen) im Oktober, schneide es im März vor der Samenreife, lasse es als Mulchmaterial liegen und arbeite zusätzlich vorsichtig Kompost ein. Ich werde euch berichten, wie es geklappt hat.

Die Mischkultur dient mir bei der Entscheidung, welche Gemüsesorten ich neben welche säe und pflanze ebenfalls als Orientierung. Da es sich hierbei jedoch um Erfahrungswerte handelt, die Abhängig von (Klima)Gegebenheiten und Anforderungen sind, halte ich mich nicht immer strikt daran, sondern probiere viel aus und beachte unbedingt folgende Punkte.

Bei der Überlegung, welche Gemüsepflanzen ich zu welchem Zeitpunkt säe und pflanze orientiere ich mich an der Vor-, Haupt- und Nachkultur. Zuerst wähle ich pro Beet die Hauptkulturen aus und plane um sie herum die Vorkultur und Nachkultur. In einigen Fällen baue ich in einem Beet nur Vorkulturen und Nachkulturen an, wie z.B. Spinat und Rote Beete. In einem anderen Beet baue ich ein Milpa-Beet an. Ein anderes besteht nur aus Salaten, wie bei meiner Salatbar.

Bislang habe ich mir für das jeweilige Gemüsebeet die richtigen Partner und die jeweiligen Vor-, Haupt- und Nachkultur in meinem Gartenbuch notiert. Susann und Yanik von Krautkopf haben in diesem Jahr eine Saatgut-Tabelle ihrer Gemüseauswahl veröffentlicht. Solche Tabellen mag ich super gerne, weil sie mich noch mehr zum Ausprobieren von für mich noch unbekannten oder „vergessenen“ Sorten anregen. Orientiert an dieser Idee und ihrer Tabelle habe ich meine eigene Planung von analog zu digital einwenig umgestaltet. In meiner „neuen“ Tabelle habe ich für meine ausgewählten Sorten alle Zeitpunkte für Anzucht, Direktsaat und Ernte sowie unter Besonderheiten die Kriterien Vorkultur, Hauptkultur und Nachkultur und wichtige Anmerkungen eingefügt und darüber hinaus als Orientierung und Inspiration gute und schlechte Gemüsepartner.

Hier könnt Ihr euch meine Tabelle „Gemüsegarten 2020“ kostenlos herunterladen.

Erzählt mir doch liebend gerne, welche Gemüsesorten ihr in diesem Jahr bei euch anbauen werdet und ob ich die Tabelle um eure Wünsche anpassen kann.

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Comment

März 19, 2020
Dankeschön für den genauen Anbauplan. Liebe Grüße aus Kärnten
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Göhner-Geffken Silke
März 31, 2020
Liebe Swetlana, vielen Dank für deine wunderbaren Beiträge, die die jetzige Zeit so erträglich machen. Liebe Grüße Silke
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