Dass mich das unvergleichliche Gefühl intensiver Zufriedenheit zum Gärtnern bewegt, das sich einstellt, wenn ich Zeit in unserem Garten verbringe und ernte, was ich vorher selbst gesät, gegossen und gepflegt habe, habe ich euch bereits erzählt. Natürlich macht diese Freude auch keinen Halt vor Tomatenpflanzen, doch gerade regnerische (Sommer)monate trügen immer wieder diese Freude, wenn die eigenen Tomatenpflanzen von Schädlingen oder Krankheiten befallen werden.

Vor einpaar Wochen habe ich einen Bio-Tomatenhof besucht und mir angeschaut wie die Profis Tomaten vermehren, pflegen und ernten. Klar, die „Tipps und Tricks“ der Profis gebe ich gerne an euch weiter und berichte in meiner Tomatenserie wie Ihr sie ganz einfach zu Hause umsetzten könnt und somit auch regnerischen Monaten trotzt.

Heute starte ich aber erst einmal mit: Tomaten – Vermehren, pflegen, ernten Teil 1: Saatgutgewinnung.  

Wenn Ihr euer Tomatensaatgut wie die Profis gewinnen wollt benötigt Ihr:

Tomatensaatgut ernten wie die Profis

Wenn ein Bio-Tomatenhof Tomatensaatgut erntet, dann wird das natürlich in einer anderen Größenordnung als zu Hause betrieben. Klar, zu Hause müssen bestimmte Standards und Hygienevorschriften nicht eingehalten werden, was es natürlich noch viel einfacher macht nur die positiven Aspekte der Profi-Saatgutgewinnung für sich zu übernehmen, um am Ende gutes und keimfähiges Saatgut zu erhalten.

Tomaten ernten und Saatgut herauslösen

  • Erntet eure Tomaten vollreif und löst das Saatgut indem Ihr sie in der Mitte durchschneidet und das Saatgut mit samt dem Fruchtfleisch herausquetscht. Das Fruchtfleisch enthält ausreichend Fruchtzucker, dass den Gärungsprozess anregt.

Tomatensaatgut – Gärung

  • Fangt die Masse in einem Glas oder Behälter auf und befüllt es mit Leitungswasser (1/3 Saatgut: 2/3 Leitungswasser). Um den Gärungsprozess zu beschleunigen, fügen die Profis noch etwas Hefe hinzu. So baut sich die glibberige Keimschutzschicht um die Samen noch schneller ab. Fügt dem Saatgut-Wassergemisch also noch etwa eine gute Priese frische Backhefe hinzu und lasst die Masse etwa 24 Stunden an einem warmen Ort stehen.
  • Der Gärungsprozess ist abgeschlossen, wenn das Saatgut auf den Boden sinkt und das Fruchtfleisch wie auch unbrauchbares Saatgut oben schwimmen. Die Samen fühlen sich dann nicht mehr glibberig sondern eher rau an.

Tomatensaatgut – Reinigung

  • Nachdem der Gärungsprozess abgeschlossen ist, schöpft Ihr nun das Fruchtfleisch und unbrauchbares Saatgut ab. Gebt das gewonnene Saatgut in ein Sieb und wascht es unter fliesendem Wasser, bis sich alle Fruchtfleischrückstände entfernt haben.
  • Um zusätzlich eventuelle Krankheitskeime zu zerstören und eine gute Keimung zu fördern, spülen die Profis das gewonnene und gewaschene Saatgut in Essig. Befüllt dafür ein Glas mit dem gewonnenen Saatgut und gebt Essig hinzu. Rührt die Masse einige Male um.
  • Gießt das Saatgut noch ein letztes Mal direkt in ein Sieb, spült es dabei nicht noch einmal unter fliesendem Wasser ab.

  Tomatensaatgut – Trocknung

  • Breitet im Anschluss das nasse Saatgut einzeln, am besten auf Kaffeefiltern aus, damit die Flüssigkeit gut aufgesaugt werden kann. Achtet dabei darauf, dass die Samen nicht übereinander liegen. Kaffeefilter eignen sich im Vergleich zur Küchenrolle besonders gut, da so keine Papierrückstände an den Samen haften bleiben.
  • Da das Saatgut nun in einem keimfähigen Zustand ist, ist es wichtig es so schnell wie möglich zu trocknen.
  • Am besten trocknet das gewonnene Saatgut an einem trockenen und schattigen Platz und nicht direkt in der Sonne, da die Samen sonst „verbrennen“ und somit im nächsten Jahr schlecht oder garnicht keimen.

Tomatensaatgut – Aufbewahrung 

  • Das gewonnene Saatgut könnt Ihr entweder in Papiertütchen oder in Gefäßen aufbewahren. Da ich eher der Typ bin bei der all die Saatguttütchen herumfliegen, bewahre ich mein gewonnenes Saatgut viel lieber in kleinen Gläsern ohne Gummidichtung, an einem dunklen und trockenen Ort auf. Um ganz sicher zu gehen, dass das Saatgut auch trocken durch den Winter kommt, lege ich noch ein Stückchen vom Kaffeefilter hinzu.
  • Beschriftet zu guter Letzt das Papiertütchen oder einen Anhänger für das Gefäß mit dem Sortennamen, dem Erntedatum und dem Aussaatdatum (März 2018).

Ich freue mich, wenn Ihr Lust habt mir von euren Erfahrungen hier zu berichten und auf Instagram mit mir und vielen anderen unter #osmersgarten zu teilen. 

PS: In den nächsten Teilen der Serie gebe ich natürlich alle „Tipps und Tricks“ der Profis an euch weiter und zeige das wichtigste bei der Aussaat, beim Heranziehen, bei der Pflege und wie ich aus nur drei Teilen ein wunderbares Tomatenhaus baue. Schaut hier also unbedingt regelmäßig vorbei. Das wird toll!

Alles Liebe,

Swetlana

Dieses Tomatensaatgut habe ich für den 1. Saatguttausch von Osmersgarten gewonnen. Klickt also unbedingt mal rüber und macht mit. Es ist schon so viel an wirklich tollem Saatgut zusammengekommen. Worauf es bei der Saatguternte im Allgemeinen ankommt, zeige ich euch in diesem Beitrag.

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