Zeitpunkt für die Aussaat

Die Anzucht im Haus trägt dazu bei, dass Schnittblumen im Beet einen Vorsprung haben, damit sie nicht so anfällig gegenüber Schneckenfraß sind und einige Wochen eher blühen. Wer sich die Anzucht im Haus sparen möchte, kann die ausgewählten Sorten entweder in Kübel für Balkon und Terrasse oder ab März oder Mai direkt in die Beete säen.

Zu welchem Zeitpunkt, welche Schnittblumen-Sorten vorgezogen, in Kübel oder direkt in die Beete gesät werden, könnt Ihr im Beitrag „Zeitpunkt für die Schnittblumen-Aussaat“ nachlesen. Weitere Besonderheiten und viele Tipps findet Ihr in den jeweiligen Schnittblumenportraits.

Zubehör für die Anzucht        

  • zum Beispiel Erdballenpresse*und ein einfaches Tablett aus Kunststoff oder ein Zimmergewächshaus* mit den Erdballen oder Anzuchttöpfe/Schalen
  • Blumenbrause*, Verwendet Ihr eine Gießkanne mit normalem Gießstrahl, könnten die einzelnen Samenkörner durcheinander und tiefer in die Erde gespült oder die heranwachsenden Setzlinge verletzt werden.
  • Zimmergießkanne mit Brause 
  • Samenfestes Saatgut 
  • Bio-Anzuchterde*  Hierbei ist es wichtig, dass Ihr auf eine nährstoffarme besser gesagt salzarme Erde zurückgreift und keine herkömmliche Blumenerde verwendet. Herkömmlich Blumenerde enthält u.a. mineralische Salze, die ein Keimen und eine starke Wurzelbildung stark hemmen.

Saatgut säen

Wie bei der Aussaat im Freiland orientiere ich mich bei der Anzucht an der Samenstärke. Umso größer das Saatgut ist, desto mehr bedecke ich es (in der jeweiligen Samenstärke) mit Anzuchterde.

Schritt für Schritt:

  • Anzuchttöpfe/Schalen gleichmäßig mit der Anzuchterde füllen und die Gefäße einige Male auf die Tischplatte klopfen, damit sich die Erde gleichmäßig setzt. Für meine Blumenanzucht nutze ich mittlerweile fast nur noch Erdballen aus der Erdballenpresse* und ein einfaches Tablett aus Kunststoff. Eine Haube, wie beim Zimmergewächshaus unterstützt eine feucht-warme Umgebung. Diese Umgebung ist besonders für wärmeliebende Sorten, wie u.a. Paprika, Tomaten oder verschiedene Kohlgewächse wichtig. Bei allen anderen Sorten beschleunigt diese Umgebung das Wachstum. Bei meiner Blumenanzucht habe ich bislang keine Haube benötigt – auch, wenn es dadurch bestimmt einige Tage länger bis zur Keimung gebraucht hat. In diesem Jahr probiere ich allerdings für die Blumenanzucht das erste Mal zusätzlich zum Tablett eine durchsichtige Aufbewahrungsbox mit Deckel von Ikea aus. Ob es sich wirklich lohnt, berichte ich dann hier.
  • Je nach Größe des Saatgutes pro Anzuchtgefäß bis zu drei Samen mit etwas Abstand zueinander säen. Bei meinen Erdballen säe ich pro Ballen nur einen Samen – so spare ich mir das Vereinzeln.
  • Mulden im Anschluss mit einer Schicht der Anzuchterde bedecken
  • Zum Abschluss Erde vorsichtig mit der Brause gießen, bis sie feucht aber nicht nass ist.   

Standort und gute Umgebung für die Anzucht

Frosttolerant Sorten ziehe ich ab Februar entweder im Haus auf der Fensterbank ohne Heizungsluft vor und direkt im Garten, auf einem Gartentisch an einem vor starkem Regen geschützten Platz.

Frostempfindliche Sorten ziehe ich ab März/April nur im Haus in einem warmer Raum (ab etwa 15 Grad) vor.

Weitere Besonderheiten je nach Sorte und viele Tipps findet Ihr in den jeweiligen Schnittblumenportraits.

Nach der Aussaat die Erde immer feucht halten, damit die Samen nicht austrocknen. Sind sie gekeimt, können sie ruhig etwas kühler stehen. Bekommen die Pflanzen zu wenig Licht, bei zu hoher Wärme „vergeilen“ sie. Es bilden sich dann lange, dünne Pflanzen. Ist das bei euch der Fall, empfehle ich euch sie an einen helleren oder etwas kühleren Platz zu stellen.

Anbau in Kübeln für Balkon und Terrasse

Wer die ausgewählten Blumensorten in Kübeln für Balkon und Terrasse anbauen möchte, kann sich die Anzucht sparen und direkt in die Kübel säen. Dafür den Kübel erst mit normaler Blumenerde, dann die letzten 10 cm mit Anzuchterde befüllen und wie oben beschrieben vorgehen. Kübel an einen von starkem Regen geschützen Platz stellen.

*Die Produkte hinter den Links dienen zur Veranschaulichung.

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Comment

Barbara
Februar 9, 2020
Hallo Svetlana, du schreibst dass du inzwischen fast nur noch die Ballenpresse und ein Tablett zur Anzucht nutzt. Klingt für mich interessant, aber ich frage mich ob du das nicht weiter abdeckst? Weil ja immer empfohlen wird eine Art Zimmergewächshaus zu haben bzw. nachzuahmen. Ich bin ganz unsicher und auch aufgeregt, weil ich dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt Schnittblumen anzüchten und pflanzen möchte, bin total unerfahren. Ich danke dir im Voraus und schicke liebe Grüße Barbara
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    Osmers
    Februar 9, 2020
    Liebe Barbara, super schön, von dir zu lesen. Du hast Recht, diese Variante hat keine Haube. Eine Haube, wie beim Zimmergewächshaus unterstützt eine feucht-warme Umgebung. Diese Umgebung ist besonders für wärmeliebende Sorten, wie u.a. Paprika, Tomaten oder verschiedene Kohlgewächse wichtig. Bei allen anderen Sorten beschleunigt diese Umgebung das Wachstum. Bei meiner Blumenanzucht habe ich bislang keine Haube benötigt - auch, wenn es dadurch bestimmt einige Tage länger bis zur Keimung gebraucht hat. In diesem Jahr probiere ich allerdings für die Blumenanzucht das erste Mal zusätzlich zum Tablett eine durchsichtige Aufbewahrungsboxen mit Deckel von Ikea aus. Ob es sich wirklich lohnt, berichte ich dann hier. Ganz liebe Grüße PS: Ich habe diesen Teil eben in meinem Beitrag ergänzt.
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