Sicher habt Ihr im Sommer bei befreundeten Gärtnern, auf Nachbars Balkon oder bei euch selbst die herrliche Pracht an Blumen und Gemüse genießen können – denn so hattet Ihr die Gelegenheit euch abzuschauen was Ihr im nächsten Jahr unbedingt auch oder wieder säen und pflanzen möchtet.

Um die Freude daran untereinander zu teilen und vor allem zu verbreiten habe ich bereits in diesem Beitrag zum 1. Saatguttausch von Osmersgarten aufgerufen. Klickt also unbedingt mal rüber und macht mit. Das wird toll!

Saatgut ernten – Worauf es ankommt

In der Zeit zwischen Juli bis September ist die Haupterntezeit für Saatgut. Für die Ernte empfehle ich euch Pflanzen aus Samenfestem Saatgut zu verwenden. Ein Samen dient dazu, eine neue Pflanze hervorzubringen. Diese neue Pflanze soll selbst neue Samen tragen, um sich fortzupflanzen. Dieses Prinzip ist wirklich ganz einfach und klappt mit Pflanzen aus Samenfestem Saatgut wunderbar. Mit Pflanzen aus nicht Samenfestem Saatgut („F1 Hybride“) klappt dieses Prinzip häufig nicht und wenn doch, dann besitzen die neuen Pflanzen nicht die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Den genauen Unterschied und wie Ihr Samenfestes Saatgut erkennt, habe ich euch hier zusammengetragen.

Saatgut ernten – Zwei Pflanzenkategorien

Bei der Saatguternte werden zwei grundlegende Pflanzenkategorien unterschieden. Zum einen sind es die Pflanzen, deren Samen in fleischigen Früchten eingebettet sind, zum Beispiel Tomaten und Gurken und zum anderen Pflanzen, bei denen das Saatgut in Samenständen (Kapseln, Schoten, Hülsen) heranreifen.

Saatgut ernten – Fleischige Früchte

Das Saatgut aus fleischigen Früchten wird im Gegensatz zu Saatgut aus Samenständen direkt aus der Frucht gewonnen.

  • Erntet fleischige Früchte vollreif und löst die Saatgut entweder vorsichtig mit einem Löffel heraus oder bei Tomaten indem Ihr sie in der Mitte durchschneidet und das Fruchtfleisch mit samt dem Saatgut herausquetscht.
  • Fangt das Saatgut am Besten gleich in einem Sieb auf und wascht es rubbelnd unter fliesend kaltem Wasser ab bis sich die Pflanzenrückstände entfernt haben.
  • Breitet im Anschluss das nasse Saatgut einzeln auf zum Beispiel Kaffeefiltern aus, damit die Flüssigkeit gut aufgesaugt werden kann. Achtet dabei darauf, dass die Samen nicht übereinander liegen.
  • Am besten trocknet das gewonnene Saatgut an einem trockenen und schattigen Platz und nicht direkt in der Sonne, da die Samen sonst „verbrennen“ können und somit im nächsten Jahr schlecht oder garnicht keimen.
  • Das gewonnene Saatgut könnt Ihr entweder in Papiertütchen oder in Gefäßen  aufbewahren. Da ich eher der Typ bin bei der all die Saatguttütchen herumfliegen, befahre ich mein gewonnenes Saatgut viel lieber in kleinen Weckgläsern ohne Gummidichtung, an einem dunklen Ort auf.
  • Beschriftet zu guter Letzt das Papiertütchen oder einen Anhänger für das Gefäß mit dem Namen der Pflanze, dem Erntedatum und vielleicht wann Ihr es wieder aussäen müsst.

In Kürze berichte ich euch von meinem Besuch auf einer „Tomaten-Farm“ und natürlich wie Ihr die „Tricks“ der Profis ganz einfach zu Hause umsetzten könnt und starte damit meine Tomaten-Serie  „Tomaten – von der Saatgutgewinnung bis zur Ernte“. Kommt hier also regelmäßig vorbei!

Saatgut ernten – Samenständen

In der Regel trägt jede Blüte, egal ob beim Schnittlauch,Basilikum oder bei der Ringelblume, Samen, die Ihr für das nächste Jahr gewinnen könnt. Schaut euch einfach regelmäßig die Blüten an und Ihr werdet feststellen, dass sie mit der Zeit reife  Samenstände bilden. Ob eure Pflanzen reife Samenstände gebildet haben und somit dann erst die Samenkapseln geerntet werden können, erkennt Ihr daran, dass sie eingetrocknet sind und sich braun verfärbt haben.

  • Erntet am besten an einem (sonnigen) und regenfreien Nachmittag
  • Benutzt bei der Ernte idealerweise eine Schere, um die Erschütterung zu verringern damit keine reifen Samen verloren gehen.
  • Scheidet dafür die Samenstände einfach vorsichtig ab und legt sie zum weiteren trocknen an einen schattigen und trockenen Platz. Auch dieses Saatgut verträgt keine direkte Sonne. Ich trockne mein gewonnenes Saatgut auf Kaffefiltern damit der letzte Rest an Flüssigkeit aufgesaugt wird und lasse es so etwa eine Woche liegen.
  • Befreit die Ernte von „Pflanzenresten“ sobald das Saatgut ausreichend getrocknet ist, sodass nur noch das Saatgut vorhanden ist.
  • Dieses gewonnene Saatgut könnt Ihr auch an einem dunklen Ort, entweder in Papiertütchen oder in Gefäßen aufbewahren.
  • Beschriftet auch hier das Papiertütchen oder einen Anhänger für das Gefäß.

Wenn Ihr den Namen einer Pflanze nicht wisst und sie unbedingt bei euch aussäen möchtet, erntet das Saatgut und schreibt euch auf, wie die Pflanze aussieht, in was für einem Umfeld sie wächst und wann ihr das Saatgut geerntet habt. In der Regel findet Ihr die Pflanze in Büchern oder im Internet.

   

Habt eine tolle Ernte! -Teilt sie untereinander und bekommt tolles Saatgut zurück. Wie das geht? Macht einfach beim 1. Saatguttausch von Osmersgarten mit!

Ich freue mich schon sehr darauf!

Alles Liebe,

Swetlana

 

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