Seitdem ich mit dem Gärtnern begonnen habe, gehören Kartoffeln in einfach jeden meiner Anbaupläne. Ich begann mit dem Kauf von Sorten, die vielversprechend klangen. Bereitete in unserer ehemaligen Stadtwohnung Kübel auf der Terrasse vor und legte gleich als erstes Beete für die Kartoffelernte in unserem Garten an, pflanzte sie und bangte ein wenig – doch am Ende hatte ich das was ich wollte – eine frische frühe Ernte und leckere späte Kartoffeln, die bis ins nächste Jahr reichen. Es gibt kaum ein Gemüseanbau der einem so eine sichere Ernte beschert. In diesem Jahr wollte ich mich also entscheiden. Bleibt es bei den wohlschmeckenden bewährten Sorten oder möchte ich unter vielen anderen vergleichen und experimentieren.

Kartoffelsorten

Eine wirklich tolle Auswahl bietet Kartoffelvielfalt und Hof Jeebel. Hier könnt Ihr auch genau nachlesen was die jeweiligen Sorten ausmacht. Wollt Ihr einwenig experimentieren ist dieses Paket von Manufactum wirklich toll. In diesem Jahr habe ich mich für die Sorte Annabelle (frühe Sorte) und Laura (späte Sorte) entschieden.

Annabelle ist eine unglaublich lecker festkochende Sorte. Was ich neben dem Geschmack so an ihr liebe ist die ganz feine und dünne Schale – eine perfekte Frühkartoffel eben! Laura ist ganz leicht mehlig, eher cremig im Geschmack. Für mich als Pommesliebhaber  unverzichtbar! Sie zählt wirklich nicht ohne Grund mit Abstand zu den Besten Sorten. Meine Pflanzkartoffeln habe ich beim Hof Jeebel bestellt.

Der Unterschied zu Pflanzkartoffeln gegenüber denen, die Ihr gerade in Bioqualität im Küchenschrank aufbewahrt, liegt im späteren Ertrag und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Verwenden könnt Ihr also beide „Sorten“. Seid Ihr aber auf eine sichere und gesunde Ernte aus, empfehle ich Euch auf Pflanzkartoffeln zurückzugreifen.

Kartoffeln vorkeimen

Kartoffeln werden vor dem Pflanzen ans Licht gelegt damit sie vorkeimen. Notwendig ist dieser Schritt nicht, doch seht Ihr einmal den Unterschied, werdet Ihr nicht mehr darauf verzichten wollen. Denn dieser Vorsprung erhöht die Kartoffelernte um ein Vielfaches und macht sie widerstandsfähiger. Dafür legt Ihr die Kartoffeln etwa zwei bis drei Wochen vor der Pflanzung an einen hellen Platz. Ende März/Anfang April ist dafür ein guter Zeitpunkt. Eine Stelle vor dem Fenster ist dafür ideal. Fangen sie nicht nach wenigen Tagen an zu keinem, legt Ihr sie einfach für zwei bis drei Tage an einen wärmeren Ort. Beginnen sie zu keimen, könnt Ihr sie wieder kühler stellen. Haben sich bereits lange dünne Triebe gebildet, brecht Ihr sie einfach mit dem Finger ab. An dieser Stelle entstehen dann gesunde kurze dicke Triebe.

Kartoffeln pflanzen

Etwa Mitte/Ende April werden die Kartoffeln gepflanzt. Frühe und Späte Sorten kommen bei mir zeitgleich in die Erde. Ich ernte sie nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das selbe gilt also auch für das Pflanzen in Kübeln auf der Terrasse oder dem Balkon oder eben in Gartenbeeten. Eine mit Kompost angereicherte Erde ist dafür super. Entfernt vor dem Pflanzen das Unkraut und hackt den Boden, um ihn locker zu bekommen. Bei mir wechselt der Standort für die Pflanzung jährlich. Warum genau, könnt Ihr in diesem Beitrag nachlesen. Tomaten sollten so weit wie möglich von den Kartoffeln gepflanzt werden, um den Befall mit Krankheiten bei beiden Sorten vorzubeugen. Welche Nachbarn sich stattdessen sehr gut eignen, findet Ihr hier.

Eine Kartoffel ergibt eine Kartoffelpflanze. Eine Kartoffelpflanze ergibt je nach Sorte etwa 20 neue Kartoffeln. Je nach Größe eures Kübels steckt Ihr die Kartoffeln mit dem Keimling nach oben in den Kübel. Verwendet dabei einen Kübel mit Ablauflöchern für das überschüssige Wasser. Eine Tiefe von etwa 10 bis 15 cm ist ausreichend. Bedeckt das Loch mit der Erde, gießt die Erde und wartet gespannt was in einpaar Wochen passiert. Ein Kübel mit einer frühen und einer mit einer späten Sorte wäre doch herrlich, oder? Wunderbare Kübelnachbarn sind zum Beispiel Kapuzienerkresse oder Ringelblumen.

Im Garten zieht Ihr etwa 10 bis 15 cm tiefe Reihen. Ich grabe mit dem Spaten nur entsprechend viele Löcher aus. Um eine gerade Pflanzliche zu erhalten verwende ich dieses Richtschnur-DIY. Die gerade Pflanzliche erleichtert später das Unkrauthacken. Legt die Kartoffel mit dem Keimling nach oben in die Mulden, bedeckt sie mit Erde und gießt die Fläche.

Um euren Bedarf im Garten auszurechnen benötigt Ihr nur die Länge eures Beetes. Etwa alle 30 Zentimeter kommt eine Kartoffel in die Erde. Bei einer Länge von 6m benötigt Ihr 20 Kartoffeln je Reihe: 6,00m : 0,30m = 20 Kartoffeln je Reihe. Die Menge in einem 2,5 KG Sack reicht dafür und zum verschenken völlig aus.

Kartoffeln pflegen

Bei der Pflege der Kartoffelpflanzen ist nicht viel zu beachten. Sie sollten einfach nur regelmäßig bewässert werden. Außerdem sollte gerade am Anfang Unkraut entfernt werden, damit sie der Kartoffelpflanze nicht unnötig Wasser entziehen. Sobald sich die ersten Blätter zeigen häufe ich die Pflanze mit der umliegenden Erde immer mal wieder an. Damit keine Kartoffeln ans Licht kommen und so ungenießbar werden. Mit dieser Vorgehensweise und diesen guten Nachbarn ist bislang all unsere Ernte frei von jeglichem Befall gewesen.

Kartoffeln ernten

Kartoffeln werden geerntet, wenn sie vollständig ausgereift sind. Diesen Zeitpunkt erkennt Ihr, wenn die Blüten abgeblüht und die Pflanzen etwas eingetrocknet sind. Seid Ihr Euch einmal unsicher, könnt Ihr auch eine Pflanze zum Test ernten. Frühe Sorten werden etwa im Juni geerntet und späte Sorten im Spätsommer. Anfangs habe ich mich gefragt, ob ich nicht auch einfach späte Sorten früher ernten und daraus eine frühe Sorte machen kann. Theoretisch ist es möglich, ich würde nur davon abraten, weil die späten Sorten im Frühsommer noch nicht ausreichend ausgereift sind.

Kartoffeln einlagern

Wenn das Laub der Kartoffeln komplett abgestorben ist, lasse ich sie noch etwa 2 Wochen im Boden. In dieser Zeit härtet die Schale aus und sie bleiben bei der Lagerung länger frisch. Die letzten Jahre war mein Erntezeitpunkt etwa Mitte September, aber in diesem Jahr waren die Kartoffeln schon eher erntereif.
Ich ernte sie bei trockenem Wetter, sortiere alle Kartoffeln mit kleinen Stellen aus und lasse sie in Erntekisten noch einige Tage trocknen. Danach lagere ich sie in Erntekisten mit etwas Stroh in unserem Geräteschuppen, da fallen die Temperaturen in der Regel nicht unter null. Dort ist es auch luftig und trocken. Als alternativer Raum eignet sich auch gut die Garage.

Gründünger nach der Ernte

Als Gründünger, auf die frei gewordene Fläche eignen sich gut: Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich, Winterwicke, Inkarnatklee, Leindotter, Sandhafer, Pannonische Wicken, Wickroggen oder Wintereiweißerbse.

Erzählt mir doch liebend gerne, für welche Sorte Ihr Euch in diesem oder den letzten Jahren entschieden habt!

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April 11, 2018
Ein interessanter und informativer Blog, die Beschreibung vom Kartoffelpflanzen ist so gut, daß ich mich auch darübertrauen werde. Das erinnert mich an den Garten meiner Eltern, der selbstgeerntete Schnittlauch mit Butterbrot war einfach herrlich! Liebe Grüße, Gerda
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    Osmers
    April 11, 2018
    Hallo liebe Gerda, oh das freut mich aber! Erzähl liebend gerne wie es klappt - bin ganz neugierig :) Liebste Grüße zu dir!
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