All die Ideen und Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren in unserem Garten sammeln konnte, werden nun in die Tat umgesetzt. Der erste Schritt war dafür vor einigen Wochen mein Anbauplan für den Gemüsegarten. Es wurde reichlich gesät und gepflanzt, sodass ich nun den letzten Teil meiner Beitragsserie zur Gartengestaltung „Gartengestaltung Teil 5: Anbauplan in der Praxis“ mit euch teile.

Kaum blühten die Apfelbäume, die Mirabelle, die Kirsche oder die Quitten, tragen sie nun auch schon Früchte. Die Quitten und auch die Kirsche in diesem Jahr, so viele wie noch nie. Auch beginnen nun die ersten Blumen zu blühen, auf unserer Blumenwiese und im Bauerngarten. Nach den ersten wirklich kalten Monaten in diesem Jahr summt und surrt nun alles. Einfach herrlich. Diese einfache Schönheit der Natur begeistert mich jedes Mal aufs Neue.

Anzucht im Gartenzimmer

Im Gemüsegarten explodiert förmlich alles, innerhalb weniger Tage. Das gesamte Gemüse habe ich seit März in meinem Gartenzimmer vorgezogen. Ein wunderbarer Raum. Im Frühling kommt durch das wenige Laub an den Bäumen ausreichend Licht und Wärme hinein. Sobald es zu schattig werden könnte, kommen die Pflänzchen spätestens ab Mitte Mai in die Beete. Auch die Kartoffeln verbrachten einige Tage in diesem Zimmer, um kräftige Keimtriebe zu bilden.

Kartoffeln

Mittlerweile sind nicht nur die Kartoffeln zu großen Pflanzen herangewachsen. Die blühende Kapuzinerkresse umschließt an einer Rankhilfe das Kartoffelbeet. Sobald die frühe Kartoffelsorte „Annabell“ im Juli geerntet wird, wird Raum für die späte Sorte „Laura“, die Kapuzinerkresse und Ringelblumen geschaffen.

Rankhilfe für Gurken und Zucchini

An zwei Holztippis aus Haselnussruten klettern die Gurke „Persika“ und die Zucchini „Serafina“. Die Zucchini braucht beim klettern etwas mehr Hilfe, dafür binde ich die Stängel immer wieder leicht mit einer Gartenschnur an das Tippi. Um die Tippis für die Pflanzen und den Spielbesuch unserer Nichten und Neffen stabiler zu machen, habe ich eine herkömmliche Gartenschnur durch gebohrte Löcher gezogen. Direkt daneben wachsen mexikanische Zwerg-Gürkchen. Auf den spritzigen Geschmack dieser kleinen Früchte freue ich mich besonders. Nachdem die Gurken und Zucchini geerntet sind, säe ich an diese Stelle verschiedene Salate.

 

 

Erdbeeren und Knoblauch

Die Erdbeeren teilen sich ein Beet mit unserem wunderbaren Knoblauch und verschiedenen Salaten. Das ist eine meiner liebsten Mischkulturen und klappt in wirklich jedem Jahr ganz wunderbar. Denn beide schützen sich nicht nur vor Schädlingen sondern fördern sich gegenseitig im Wachstum.

Salatbar

Direkt daneben befindet sich ein Beet für verschiedene Salate. Große Mengen eher milde Sorten, die als Grundbasis dienen. In etwas kleinere Mengen etwas Knakkiges und etwas zum Aufpeppen. Welche sechs Sorten Ihr von Januar bis Dezember unkompliziert anbauen könnt und warum ich vier Elemente für einen Salat anbaue, habe ich euch in diesem Beitrag zusammengeschrieben. Einige Salate lasse ich bewusst wachsen und in die Höhe schießen, damit sie Blüten bilden und ich ausreichend Saatgut für den Saatguttausch gewinnen kann. Zwischen den Salaten wachsen Radieschen, hellen und lila Kohlrabi. Der lila Kohlrabi hat einen etwas nussigeren Geschmack, im Vergleich zu dem hellen.Den Abschluss dieser Beethälfte bildet ein Beet aus den Möhren „Colorado“ und „Robila“, Zwiebeln und Mutterkraut.

Kräuterbeet aus Stein

Das Kräuterbeet haben wir aus Ziegelsteinen gebaut, die Steine einfach aufeinander gestellt. Den Untergrund bilden Rasenkantensteine. Gefüllt haben wir es im unteren Drittel mit Geäst, danach eine Mischung aus reichlich Kompost und Erde. Die Steine geben eine wunderbare Wärme an die Pflanzen ab. So habe ich mich bei der Überlegung, welche Kräuter in dieses Steinbeet kommen, gefragt, welche Sorten die selben warmen Bedingungen lieben und gut miteinander harmonieren. Innerhalb weniger Wochen explodierten Kletterthymian, Rosmarin, Currykraut, Gurkenkraut, Petersilie, Schnittlauch, Knoblauchschnittlauch und Liebstöckel. Das Gurkenkraut habe ich mittlerweile geteilt und an eine andere Stelle im Gemüsegarten gepflanzt. Neben dem Steinbeet stehen Tontöpfe, bepflanzt mit unterschiedlichen Minz-Sorten, essbaren Blumen, wie Malven, Kapuzinerkresse, Ringelblumen aber auch Töpfe, bepflanzt mit Borretsch, Sauerampfer, Pimpinelle, Kerbel, Schnittlauch, Knoblauch und Petersilie, um meiner Leidenschaft für grüne Sauce nachzugehen.

Tomatenhaus

Für die Tomaten haben wir, am Beispiel eines Bioland-Tomatenhof in unserem Dorf eine Rankhilfe gebaut. Ich freue mich schon jetzt so sehr auf diesen unvergleichlichen Geschmack dieser sonnengereiften Früchte. Wie ich bei der Aussaat, dem Pflanzen und der aktuellen Pflege vorgehe und welche Sorten hier genau wachsen, habe ich euch in dieser Beitragsserie zusammengetragen. Neben den Tomaten wachsen Paprika, Basilikum und Tagetes.

Im Beet direkt daneben, eingefasst zwischen verschiedenen Blumen wachsen rote Beete, Radieschen und Salate.

Blumenmeer

In unseren Blumenbeeten habe ich hohe Sommerblumen-Mischungen zwischen halbhohen und niedrigen Blumen ausgesät. Bei der Vielzahl an wunderbaren Sommerblumen fiel es mir garnicht leicht mich auf eine kleine Anzahl für den Gemüsegarten zu beschränken. Nun wachsen hier neben Sommerblumenmischungen, Cosmea, Strohblume, Zinnie, Mutterkraut und Feilchen. Falls mir bestimmte Blumen für sommerliche Gartensträuße fehlen werden, bediene ich mich an denen die in unserem Testgarten wachsen.

Beeteinfassung

Alle Beete habe mit einer kleinen Hecke aus Rosmarin, Thymian, Lavendel und Bohnenkraut eingefasst. Besonders das Bohnenkraut wächst prächtig. Immer wieder schneide ich einpaar Triebe ab, entferne die unteren Blätter, stelle sie für eine gute Woche im Gartenzimmer ins Wasser, bis sich neue Wurzeln bilden und pflanze sie an neuer Stelle wieder ein, um die kleine Hecke zu erweitern.

HIER FINDET IHR DIE TEILE 1-4 ZUR SERIE „GARTENGESTALTUNG – VON DER AUSWAHL BIS ZUR ERNTE“ ZUM NACHSCHLAGEN!

Im 1. Teil findet Ihr hilfreiche Tipps zum Erstellen eines Gartenplans und somit zur Beetgröße, der Beetausrichtung und der Wege innerhalb eures Gartens.

Im 2. Teil könnt Ihr Euch durch verschiedene Gemüse- Obst- und Blumenkombinationen inspirieren lassen und somit für Euch festlegen, welches Obst und Gemüse Ihr bei Euch im Laufe des Jahres säen und pflanzen möchtet.

Teil 3 dieser Serie verrät Euch wie und wozu Ihr das ausgewählte Obst und Gemüse in Fruchtfolge, Fruchtwechsel, Mischkultur einteilt.

Im 4. Teil habe ich die Einteilung in Fruchtfolge, Fruchtwechsel und Mischkultur für unseren Bauerngarten und für Euch übernommen, sodass ich Euch eure favorisierten Anbaupläne aus dem 2. Teil der Serie vorstelle und Ihr diese praktischen Beispiele und Anbaupläne kostenlos herunterladen könnt.

 

 

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